Ministerbesuch in Rommerskirchen
Mittwoch, den 14. April 2010 um 20:35 Uhr

Anlässlich seines Besuchs auf dem Hof der Familie Decker in Rommerskirchen überraschte Minister Eckhard Uhlenberg viele Anwesende mit der Aussage, dass Nordrhein-Westfalen das drittgrößte Agrarland der Bundesrepublik sei. Auch für mich war diese Information neu. Letztlich ist damit unser Wahlkreis im Rhein-Kreis Neuss ein Abbild des Landes NRW, da auch hier Industrie einerseits und Landwirtschaft andererseits wichtige Wirtschaftselemente sind.
Hierzu auch der nachstehende Bericht:
NRW muss auch als landwirtschaftlicher Standort gestärkt werden!
Minister Uhlenberg auf Einladung von CDU-Landtagskandidat Wiljo Wimmer und der CDU-Rommerskirchen zu Gast auf dem Hof von Familie Decker in Ramrath
Bevor Minister Uhlenberg sich an die Landwirte wandte, danke er seinem Landtagskollegen Karl Kress für dessen Einsatz im Umweltausschuss in den letzten beiden Legislaturperioden. Als engagierter Umwelt- und Industriepolitiker habe er sich für die Belange seines Wahlkreises mit Chemie-, Energie- und Aluminiumindustrie besonders verdient gemacht. Er forderte gleichzeitig Wiljo Wimmer auf, sich schnell in diese Thematik einzuarbeiten um diesen Themenbereich im neuen Landtag zu besetzen.
Laut Uhlenberg wurde die Bedeutung der Landwirtschaft bis vor wenigen Jahren unter Wert verkauft, nach Bayern und Niedersachsen ist NRW der 3-stärkste Standort in Deutschland, den es zu erhalten gilt. Neben insgesamt 40.000 Landwirte arbeiten in NRW weitere 400.000 Mitarbeitet in vor- und nachgelagerten Bereichen. Das Landwirtschaftministerium hat daher die „Zukunftskommission Landwirtschaft 2020" eingesetzt, diese soll bis 2013 eine Agrarreform auf den Weg bringen, die zur Stabilisierung der Einkommen im landwirtschaftlichen Bereich ebenso betragen soll wie zur Finanzierung notwendiger Naturschatzmaßnahmen. Uhlenberg trat dafür ein, den Flächenverbrauch zu reduzieren. Derzeit werden täglich 15 ha durch Baumaßnahmen verbraucht (jährlich die Fläche von Grevenbroich). In den nächsten Jahren soll dieser Flächenverbrauch auf max. 5 ha pro Tag reduziert werden, so soll z.B. der Belebung vorhandener Bausubstanz Vorrang vor Neubauten gegeben werden und fruchtbare Ackerböden ausgewiesen und geschützt werden. Auf die Frage nach der Zukunft der Zuckerrübe verwies Uhlenberg auf die Zuständigkeit der EU in dieser Frage, er geht aber davon aus, dass die Bedeutung der Zuckerrübe zurückgehen wird. Das Interesse der Landwirte galt auch dem Thema Biogasanlagen. Uhlenberg bekräftigte, dass der Bereich erneuerbare Energien eine Herausforderung der nächsten Legislaturperiode sei. Es werden sicherlich weitere Biogasanlagen entstehen, dabei muss von Seiten der Politik darauf geachtet werden, dass die Nahrungsmittelproduktion nicht durch verstärkten Maisanbau für die Anlagen verdrängt wird, Gülle, Restholz usw. muss Vorrang vor Mais haben.
Wiljo Wimmer ergänzte: „Sinnvoll ist sicherlich eine genossenschaftliche Beteiligung der Landwirte an Biokraftwerken."